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FAQ – Patente, Rechte, Lizenzen

13. Mai 2019

In den nächsten beiden Blogbeiträgen werde ich Fragen aufgreifen, die uns bei der Arbeit immer wieder begegnen. Weil beide nicht so einfach in wenigen Worten beantwortet werden können, braucht es dazu einen Blogbeitrag (oder zwei).

"Habt Ihr das Patent auf die Merus Technologie und den Merus Ring?"

Um diese Frage zu beantworten, beziehe ich mich auf Informationen des Deutschen Patent- und Markenamts und auf Überlegungen bei der Gründung von Merus. Ein Patent soll dazu dienen, ein Produkt oder Verfahren vor Nachahmern zu schützen. Es gilt für 20 Jahre und kann bei Bedarf über die Landesgrenzen hinweg ausgeweitet werden.
Das bedeutet: Merus gibt es seit etwa 23 Jahren, die Technologie schon etwas länger. Hätte es ein Patent gegeben, wäre es bereits abgelaufen.

Und damit beginnt auch die Argumentation, die für Merus gegen die Anmeldung eines Patents gesprochen hat und immer noch spricht. Die Patentanmeldung beinhaltet eine detaillierte Beschreibung der "Erfindung", die auch mit Zeichnungen und Beispielen ergänzt werden kann. Das bedeutet auch, etwaige Trittbrettfahrer könnten jetzt auf diese Informationen zurückgreifen und ähnliche Produkte auf den Markt bringen. Für ein 20 Jahre gültiges Patent in Deutschland zahlt man im Laufe der Jahre etwa 14.000€. Hinzu kommen etwaige Kosten für Anwälte, etc. wenn es nötig sein sollte, das Patent zu verteidigen. Ein Patent auf dem Papier macht schließlich die Erfindung nicht unangreifbar.
Wir sind außerdem weltweit tätig. Das bedeutet, nur durch ein Patent in Deutschland, ist unser Merus Ring noch lange nicht vor Nachahmern geschützt. Was natürlich die Kosten um ein Vielfaches erhöht.

In Summe sind wir also der Meinung, dass ein Patent und alles was dazugehört mehr Kosten verursacht, als an Risiko durch Kopien gegenüber stehen. Das Patent lohnt sich finanziell für Merus nicht.

Was macht Merus aus?

Mit dieser Frage komme ich zum zweiten Teil meiner ausführlichen Antwort. Ein Patent kann sinnvoll sein, wenn man verhindern will, dass eine Erfindung kopiert wird und man so Kunden verliert. Neben dem Merus Ring und der Technologie ist aber entscheidend, dass unser Merus Ring an der richtigen Stelle korrekt installiert wird. Besonders in der Industrie ist das entscheidend. Bei kilometerlangen verästelten Leitungen mit hunderten Geräten, ist die Planung der Installation der Hauptteil der Arbeit.
Wichtigster Teil unseres Produkts ist also die Beratungsdienstleistung, die auf vielen Jahren Erfahrung basiert. Sie kann weder kopiert, noch geschützt werden.
Das bedeutet also, ein Merus Ring, ohne das dazugehörige Wissen über den Einsatz, ist im Grunde nutzlos.Das ist der Grund, weshalb wir uns gegen die Anmeldung eines Patents entschieden haben und damit bisher sehr zufrieden sind.

Schlagworte: FAQ Geschichte KMU

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