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Seepocken Meerwasserzuleitung Schiff

Anwender: Royal Boskalis Westminster, Netherlands

Royal Boskalis Westminster ist 1910 in den Niederlanden gegründet worden. Heute ist Boskalist ein weltweit tätiger Dienstleister für Schifffahrt, mit mehr als 1100 Schiffen im Einsatz. Bei der MV ʺWaterwayʺ handelt es sich um einen Laderaumsaugbagger.

Baggerschiffe werden in der Regel eingesetzt, um Schlamm und Sand aus Fahrrinnen und Häfen zu entfernen. Es wird Land durch Aufschütten gewonnen und Küstenbefestigungen vorgenommen. Boskalis war unter anderem auch der Bau der künstlichen „Palm Islands“ in Dubai oder die Erweiterung des Hafens von Rotterdam beteiligt.

MV Waterway (c) JF Hofmann

Seit Jahren werden Merus Ringe auf vielen Schiffen von Boskalis in verschiedenen Applikationen eingesetzt. Wegen der guten Ergebnisse hat man entschieden, Merus Ringe auch an der Meerwasserzuleitung einzusetzen.

Die meisten Schiffe benötigen Meerwasser an Bord. Das Meerwasser wird zur Motorkühlung eingesetzt, zur Produktion von Trinkwasser, als technisches Wasser im Frischwassergenerator, oder eben zum baggern. Das Meerwasser wird ins Schiff durch den sogenannten Seekasten, der sich unter der Wasseroberfläche befindet, gepumpt.

Einsaugen von Meerwasser bringt auch Seepocken und Muscheln

Mit dem Einsaugen des Meerwassers gelangen auch aller Art Meeresorganismen in die Meerwasserzuleitung. Mit Hilfe von Filtervorrichtungen wird verhindert, dass diese Unterwasserwelt ins Innere des Schiffes gelangt. Aber die Meerwasserzuleitung, die direkten Kontakt zum Meerwasser hat, ist innerhalb eines Jahres mit Seepocken (muschelartige Krebse) und Muscheln fast komplett zugewachsen, man spricht auch von Biofouling.

Dieses Problem war zum Zeitpunkt der Installation noch deutlicher, da die MV ʺWaterwayʺ entlang der afrikanischen Antlantikküste Baggerarbeiten vornimmt und somit unter sehr harten Bedingungen segelt. Bei einem Laderaumsaugbagger, wie die MV ʺWaterwayʺ ist das Biofouling ein viel größeres Problem, da das Baggerschiff entlang der Küste oder in einem Hafen arbeitet. Das Wasser ist hier wärmer und somit die Wachstumsbedingungen für das Meeresleben optimaler sind als auf offener See. Unter solchen Bedingungen musste die Meerwasserzuleitung mindestens einmal im Jahr gründlich gereinigt werden.
Bei der Meerwasserzuleitung kann die Reinigung nur von außen erfolgen und ist deshalb sehr aufwendig. Das Schiff muss sich dafür in einem Trockendock befinden oder es müssen Taucher für die Reinigung eingesetzt werden. Diese Leitung so sauber wie möglich zu halten ist eine sehr wichtige Aufgabe, da es sich bei der Meerwasserzuleitung um eine „Lebensader“ des Schiffes handelt. Ohne ausreichendes Wasser sind viele Prozesse an Bord stark betroffen.

Meerwasserzuleitung geschützt mit Merus

Ein Schiff der Größe der MV ʺWaterwayʺ benötigt viel Wasser, so handelt es sich bei der Leitung um eine 24-Zoll Leitung. Es wurde entschlossen einen 24-Zoll Merus Ring, mit einem Durchmesser von 55 cm, an der Meerwasserzuleitung zu installieren.

Damit sich die Wirkung des Merus Rings soweit wie möglich in der Leitung verbreitet, war es wichtig, den Merus Ring möglichst stromaufwärts zu installieren. Das heißt, so nah wie möglich an die Stelle, an der das Wasser in das Schiff eindringt.

Auf dem Schiffbagger ist der Platz sehr begrenzt, so war die Installation des Merus Rings, vor allem in dieser Größe, eine spezielle technische Herausforderung, die jedoch letztendlich mit sehr großem Erfolg gemeistert wurde.

Das Ergebnis

Wie weiter oben erwähnt, ist die Leitung direkt mit dem Meer verbunden, so ist die Inspektion der Leitung auch nur von außen möglich. Als der Einsatzplan der MV ʺWaterwayʺ es erlaubt hat, ungefähr 12 Monate nach der Installation, wurde die Leitung begutachtet und der Ist-Zustand fotografiert.

Wie auf dem Bild rechts deutlich zu erkennen ist, ist die Meerwasserzuleitung fast komplett sauber.

Der Flottenmanager der Royal Boskalis Westminster schrieb: „Normalerweise nach 12 Monaten auf See, wäre sogar Jacque Cousteau neidisch auf die Unterwasserwelt, die sich an dieser Leitung befindet.“

Die Leitung wurde auch von der Reinigungsmannschaft begutachtet und es wurde festgestellt, dass so gut wie keine Seepocken mehr vorhanden waren. Die wenigen Seepocken, die noch an den Innenwänden der Leitung hafteten konnten fast mühelos entfernt werden.

Bei einer Leitung, die nicht mit einem Merus Ring behandeltet wurde ist dies nicht der Fall, da ist die Reinigung sehr zeit- und kostenaufwendig.

Nun ist es für Boskalis wichtig festzustellen, ob die Wirkung vom Merus Ring langfristig ist und die Leitung sauber bleibt. Aber eines ist sicher, das Risiko, dass die Leitung blockiert hat sich drastisch vermindert. Ebenfalls besteht keine Notwendigkeit, die kostspielige Reinigung so oft durchzuführen wie vor der Merus Installation.

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