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Seepocken Meerwasserzuleitung Schiff

Anwender: Royal Boskalis Westminster, Netherlands

Royal Boskalis Westminster ist ein 100 jähriges Seefrachtunternehmen aus den Niederlanden. Boskalis ist ein weltweit tätiger Dienstleister für Seeverkehr, mit mehr als 1100 Schiffen im Einsatz. Bei der MV ʺWaterwayʺ handelt es sich um einen Laderaumsaugbagger.

Baggerschiffe werden in der Regel eingesetzt, um diverse Materialien aus dem Meeresboden zu entfernen. So werden Kanäle und Häfen gereinigt, Land gewonnen durch Aufschütten und Küstenbefestigungen vorgenommen. Solche Projekte waren unter anderem der Bau der künstlichen Palm Ilands in Dubai, UAE und die Erweiterung des Hafens von Rotterdam.

MV Waterway (c) JF Hofmann

Merus Ringe werden in vielen Schiffen von Boskalis in verschiedenen Applikationen eingesetzt. In all diesen Applikationen hat Merus sehr gute Ergebnisse erzielt, so hat Boskalis entschieden, Merus Ringe auch an der Meerwasserzuleitung einzusetzen.

Die meisten Schiffe benötigen Meerwasser an Bord. Das Meerwasser wird zur Motorkühlung eingesetzt, als Druckwasser, zur Produktion von Trinkwasser, als technisches Wasser in einem Frischwassergenerator oder in den Druckwassersystemen (Hydrofoor), welche die Wasserhähne und Duschen an Bord mit Wasser versorgen. Das Meerwasser wird ins Schiff durch den sogenannten Seekasten (auch Sauger genannt), der sich unter der Wasseroberfläche befindet, gepumpt.

Mit dem Einsaugen des Meerwassers gelangen auch aller Art Meeresorganismen in die Meerwasserzuleitung. Mit Hilfe von Filtervorrichtungen wird verhindert, dass diese Unterwasserwelt ins Innere des Schiffes gelangt. Aber die Meerwasserzuleitung, die direkten Kontakt zum Meerwasser hat, da sie es in das Schiff pumpt, ist innerhalb eines Jahres mit Seepocken (muschelartige Krebse) und Muscheln fast komplett zugewachsen.

So entsteht das sogenannte Biofouling. Dieses Problem ist derzeit noch deutlicher zu erkennen, da die MV ʺWaterwayʺ im Moment entlang der afrikanischen Antlantikküste Baggerarbeiten vornimmt und somit unter sehr harten Bedingungen segelt. Bei einem Laderaumsaugbagger, wie die MV ʺWaterwayʺ

ist das Biofouling ein viel größeres Problem, da das Baggerschiff entlang der Küste oder in einem Hafen arbeitet, wo das Wasser warm ist und somit die Wachstumsbedingungen für das Meeresleben optimaler sind als auf offener See. Unter solchen Umständen muss die Meerwasserzuleitung mindestens einmal im Jahr gründlich gereinigt werden. Da die Meerwasserzuleitung in direktem Kontakt zum Meer steht, kann die Reinigung nur von außen erfolgen. Der Reinigungsvorgang für diesen Leitungsabschnitt ist sehr aufwendig. Das Schiff muss sich dafür in einem Trockendock befinden oder es müssen Taucher für die Reinigung eingesetzt. Diese Leitung so sauber wie möglich zu halten ist eine sehr wichtige Aufgabe, da es sich bei der Meerwasserzuleitung um eine „Lebensader“ des Schiffes handelt. Ohne ausreichendes Wasser sind viele Prozesse an Bord stark betroffen.

Merus an der Meerwasserzuleitung

 

Ein Schiff der Größe der MV ʺWaterwayʺ benötigt viel Wasser, so handelt es sich bei der Leitung um eine 24-Zoll Leitung. Es wurde entschlossen einen 24-Zoll Merus Ring, mit einem Durchmesser von 55 cm, an der Meerwasserzuleitung zu installieren.

Damit sich die Wirkung des Merus Rings soweit wie möglich in der Leitung verbreitet, war es wichtig, den Merus Ring möglichst stromaufwärts zu installieren. Das heißt, so nah wie möglich an die Stelle, an der das Wasser in das Schiff eindringt.

Auf dem Schiffbagger ist der Platz sehr begrenzt, so war die Installation des Merus Rings, vor allem in dieser Größe, eine spezielle technische Herausforderung, die jedoch letztendlich mit sehr großem Erfolg gemeistert wurde.

Das Ergebnis

Wie weiter oben erwähnt, ist die Leitung direkt mit dem Meer verbunden, so ist die Inspektion der Leitung auch nur von außen möglich. Als der Einsatzplan der MV ʺWaterwayʺ es erlaubt hat, ungefähr 12 Monate nach der Installation, wurde die Leitung begutachtet und der Ist-Zustand fotografiert.

Wie auf dem Bild rechts deutlich zu erkennen ist, ist die Meerwasserzuleitung fast komplett sauber.

Der Flottenmanager der Royal Boskalis Westminster schrieb: „Normalerweise nach 12 Monaten auf See, wäre sogar Jacque Cousteau neidisch auf die Unterwasserwelt, die sich an dieser Leitung befindet.“

Die Leitung wurde auch von der Reinigungsmannschaft begutachtet und es wurde festgestellt, dass so gut wie keine Seepocken mehr vorhanden waren. Die wenigen Seepocken, die noch an den Innenwänden der Leitung hafteten konnten fast mühelos entfernt werden.

Bei einer Leitung, die nicht mit einem Merus Ring behandeltet wurde ist dies nicht der Fall, da ist die Reinigung sehr zeit- und kostenaufwendig.

Nun ist es für Boskalis wichtig festzustellen, ob die Wirkung vom Merus Ring langfristig ist und die Leitung sauber bleibt. Aber eines ist sicher, das Risiko, dass die Leitung blockiert hat sich drastisch vermindert. Ebenfalls besteht keine Notwendigkeit, die kostspielige Reinigung so oft durchzuführen wie vor der Merus Installation.