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Biofilm und Biofouling

Biofilm in einer Leitung

Unter Biofouling versteht man vereinfacht ausgedrückt einen schleimartigen Film von Mikroorganismen. Dieser Biofilm findet sich vorallem an den Rohrwandungen von Wassersystemen, und zwar verstärkt an Stellen mit weniger Strömung. Teilweise geben die in dem Biofilm enthaltenen Mikroorganismen Sekrete ab, die sehr aggressiv sind und zu erheblichen Korrosionsschäden in Wasserrohrsystemen führen können. Ein weiteres Problem des Biofilms kann entstehen, indem sich ganze Platten von diesem Wachstum auf einmal lösen und durch die Leitung gedrückt werden. Diese Schicht kann zu Verstopfungen an Engpunkten im System oder an Maschinen führen. Diesem Problem mit klassischen Wegen, wie Hitze- oder Säurebehandlung, entgegen zu wirken, ist nicht nur schwierig, sondern auch teuer. Eines der Hauptprobleme bei einer klassischen Sanierung ist es sicherzustellen, dass wirklich alle Bereiche des Rohrnetzes gespült werden. Das ist aufgrund der Komplexität vieler Leitungssysteme oft nahezu unmöglich. Wenn nicht alle Mikroorganismen bei dieser Sanierung getötet werden, entsteht der Biofilm nach kurzer Zeit wieder.
MERUS hat für die Behandlung von derartigen mikrobiologischen Problemen spezielle BiO Ringe entwickelt, die sehr gute Resultate in biofilmbefallenen Systemen erzielen. Die Wirkungsweise ist mit der gegen die Legionellen zu vergleichen. Nur, dass die Beseitigung des Biofilms noch etwas schwieriger ist. Das liegt vor allem daran, dass der Biofilm bzw. die darin lebenden Mikroorganismen Strategien zum Selbstschutz entwickelt haben. Dieser schleimige Film bietet z.B. guten Schutz gegen thermische Sanierung. Gewisse Sporen sind sogar wärmeresistenter als die Bakterien selbst. Der Zeithorizont um dererlei Probleme zu lösen ist daher meist noch größer als bei Legionellen. Jedoch hat MERUS selbst im Abwassersystem von großen Fabrikanlagen bewiesen, dass das Problem Biofouling nachhaltig zu lösen ist.
Heute hat MERUS zahlreiche Applikationen, bei welchen der Biofilm auf so einen geringen Teil reduziert wurde, dass er keine Probleme mehr verursacht. Bei einigen Applikationen wurde der Biofilm durch MERUS sogar komplett beseitigt. Auch wenn die chemische Dosierung zur Prophylaxe ganz abgesetzt wurde, sind die erzielten Resultate sehr stabil und zufriedenstellend. Einige Projekte weisen exzellente stabile Ergebnisse seit nun mehr fünf Jahren auf.
Das Bild oben zeigt ein Stück Leitung der Länge nach aufgeschnitten. Der MERUS Ring war vorher in der Mitte an dieser Leitung installiert. Hier ist sehr schön zu sehen, dass im vorderen Teilstück mehr kleine weiße Punkte (Biofilm) auftreten, als im hinteren Teilstück. Leider ist bei der Anwendung von diesem Foto nicht das komplette System biofilmfrei. Denn es gibt unbehandelte Teilabschnitte, wo der Biofilm ungestört weiter wachsen kann. Um den Biofilm oder das Biofouling komplett unter Kontrolle zu bekommen, muss das komplette Leitungssystem mit mehreren MERUS BiO Ringen ausgerüstet werden. Wenn nur ein MERUS BiO Ring an einem Leitungsstrang installiert ist, kann MERUS die Ausbreitung nur einschränken. Und wenn das Speisewasser kontaminiert ist, kann MERUS das Problem nur mindern, jedoch nicht komplett beseitigen.
Nach wie vor sind die größten Vorteile jedoch, dass sich die MERUS Schwingungen auch in stehendem Wasser verbreiten und auch bis in die Dead legs* gelangen. Denn gerade in diesen Leitungsabschnitten sitzt der Biofilm und kann mit MERUS trotzdem beseitigt werden.

*Dead legs, aus dem englischen, für nicht durchströmter Teil einer Leitung, z.B. einer Stichleitung, die zu einem Ventil führt, das selten oder nie geöffnet wird.