Language

Wenn der Biologische Sauerstoffbedarf zum Verhängnis wird.

27. September 2019

Eigentlich befinden wir uns gerade mitten in einer Blog-Reihe. Ich möchte jedoch die aktuellen Nachrichten über das Fischsterben in einem See in unserer Region dazu nutzen, den Biologischen Sauerstoffbedarf (BSB) zu thematisieren. Die Vorgänge im See und im Wasser hängen direkt mit unserer Arbeit zusammen, wenn auch in anderem Zusammenhang, als wir den BSB in der Regel nutzen. Der Artikel soll den Glossareintrag ergänzen und auch auf die Problematik und Lösungsansätze für den heimischen Teich eingehen.

Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB) im Max-Eyth-See

Sauerstoff im WasserDer Max-Eyth-See in Stuttgart ist ein künstlich angelegter See, der durch den Kiesabbau Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist. In den 30er Jahren wurde das Gebiet rund um den See zum Naherholungsgebiet umgewandelt. Es steht unter Landschaftsschutz. Im Sommer kann der See zum Boot-Fahren genutzt werden, das Baden ist jedoch nicht erlaubt.

Der See hat keine eigene Frischwasserzufuhr und ist damit ein Ökosystem in sich, welches Sommer für Sommer aus dem Gleichgewicht gerät. Anhaltend warme Temperaturen begünstigen insbesondere das Wachstum von Blaualgen, welche sich rasant ausbreiten. Da der See flach ist, erwärmt er sich besonders schnell und ist auch besonders gefährdet. Pflanzen, die bisher im See wachsen konnten werden von den Blaualgen vom Sonnenlicht abgeschnitten und sterben ab. Sie sinken nach und nach zum Boden ab, wo sie wiederum von Bakterien zersetzt werden. Ähnlich wie wir, brauchen diese Bakterien Sauerstoff für den Stoffwechsel. Diesen erhalten sie aus dem Wasser. Je mehr tote Biomasse vorhanden ist, umso besser für die Bakterien. Dadurch steigt der BSB, das heißt, der Bedarf an Sauerstoff, um die Biomasse abzubauen.

Unschuldige Opfer - Fischsterben

Ab einem bestimmten Punkt wird im See eine größere Menge Sauerstoff verbraucht, als durch die Wasseroberfläche in das Wasser gelangen kann. Wird diese Entwicklung nicht rechtzeitig erkannt und gestoppt, bleibt für die Fische im See kein Sauerstoff übrig. Sie ersticken gewissermaßen im Wasser. Der Sauerstoffbedarf ist dann höher, als die verfügbare Menge.

In diesem Jahr war das Fischsterben besonders verheerend. Binnen weniger Tage sind etwa 50 000 Fische verendet. Der See ist "gekippt", wie der Volksmund sagt.

Maßnahmen gegen den Sauerstoffmangel im Gewässer

Zum Einen können gezielt Wasserpflanzen eingesetzt werden, die Nährstoffe aus dem See herausfiltern und Sauerstoff wieder abgeben. Das funktioniert ähnlich, wie die Zimmerpflanze im heimischen Wohnzimmer für gute Luft sorgt.

Zum Anderen ist es wichtig das Wasser im See oder Teich umzuwälzen. Das bedeutet nichts anderes, als die Wasseroberfläche zu vergrößern, damit mehr Sauerstoff in das Wasser gelangt. Dazu dienen zum Beispiel Springbrunnen oder kleine Wasserfälle. In diesem Gebiet sind wir auch mit unseren Merus Ringen präsent. Falls Sie bereits auf unserer Homepage gelesen haben, kommt Ihnen der folgende Satz vielleicht bekannt vor: "Die Merus Ringe erhöhen die Löslichkeit von im Wasser löslichen Stoffen". Dazu gehört auch Sauerstoff. Wenn das Wasser mit unserer Technologie behandelt ist, ist es also theoretisch in der Lage, mehr Sauerstoff aufzunehmen. Das ist natürlich in der Praxis nur dann von Nutzen, wenn ausreichend Möglichkeiten bestehen, über die Sauerstoff ins Wasser gelangen kann.

Die dritte Möglichkeit ist eigentlich die naheliegendste, kann jedoch insbesondere bei großen Gewässern nur schwer umgesetzt werden: Wenn stetig Frischwasser zugeführt wird, wird das sauerstoffarme Wasser verdünnt. So kann ein erhöhter BSB ausgeglichen werden.

Literatur

Julika Wolf (2019a): Anglerverein zum Fischsterben im Max-Eyth-See. „Größte Naturkatastrophe, die es in Stuttgart je gegeben hat“. In: Stuttgarter Nachrichten, 04.09.2019. Online verfügbar unter https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fischsterben-in-stuttgart-max-eyth-see-wird-noch-bis-samstag-belueftet.17f728eb-d3ee-4c41-a000-d8263d65281c.html, zuletzt geprüft am 11.09.2019.

Julika Wolf (2019b): Fischsterben in Stuttgart. Was passiert mit dem Max-Eyth-See? In: Stuttgarter Nachrichten, 06.09.2019. Online verfügbar unter https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fischsterben-in-stuttgart-was-passiert-mit-dem-max-eyth-see.007eafe8-a8d3-4a01-ac90-cae835a07d26.html?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR0ksacCIcrI08wEw3QYC93DihKCqovOcnYFDcslvE4170n9V_vl0B2LRCg#Echobox=1567837142, zuletzt geprüft am 11.09.2019.

Stuttgart-Marketing GmbH (Hg.): Naherholungsgebiet Max-Eyth-See Stuttgart. Online verfügbar unter https://www.stuttgart-tourist.de/a-max-eyth-see, zuletzt geprüft am 11.09.2019.

Schlagworte: FAQ KleinesLexikon Regionales WasseraufbereitungohneChemie

<< < || > >>

Kommentare


Kommentar schreiben

Ihr Kommentar

Wir möchten Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Dazu speichern wir Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhalten Sie durch Klick auf mehr Informationen An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.

OK